Lohnt es sich Bilder bei Flickr über Getty Images zu verkaufen?

Lohnt es sich Bilder bei Flickr über Getty Images zu verkaufen?

Getty Images ist die weltgrößte Bildagentur. Ende 2007 ging Getty Images mit Flickr eine Partnerschaft ein. Getty Images sucht auf Flickr nach Bildern, von denen sie profitieren können. Sie laden die jeweiligen Fotografen dazu ein ihre Bilder auf der Website von Getty Images zu verkaufen. Bisher wurden schon über 300.000 Bilder von Flickr zum Verkauf bei Getty Images freigegeben. Und es werden täglich mehr.

Für manche Fotografen ist es eine Anerkennung von Getty Images eingeladen zu werden ihre Fotos auf deren Website zum Verkauf anbieten zu dürfen. Es ist eine Motivation oder anders gesagt, es ist eine weitere Einnahmequelle. Jedenfalls möchte ich mit diesem Beitrag einen tieferen Einblick in die AGBs von Getty Images gewähren. Hier findet ihr einen Ausschnitt aus den AGBs mit relevanten Punkten, die wir gemeinsam erörtern werden.

  • Getty Images bekommt exklusive Rechte an den freigegebenen Bildern (das gilt auch für Bilder, die dem freigegebenem Bild ähnlich sind
  • RM-Bilder (right managed) werden nach Verwendungszweck und Kundenvorgaben berechnet. Zusätzlich haben die Kunden die Möglichkeit exklusive Rechte am Bild zu kaufen. Dafür müssen die Kunden eine hohe Summe zahlen. Der Fotograf erhält 30 % Provision.
  • RF-Bilder (royalty free) werden zu einem Festpreis verkauft und können dann sofort heruntergeladen und benutzt werden. Hier bestimmt Getty Images die Preise anhand der Größe. Der Fotograf erhält 20 % Provision.
  • Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre und verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, sofern nicht gekündigt wird.

Was bedeutet “exklusive Rechte”?

Damit wird gemeint, dass du das Bild nirgendwo sonst verkaufen darfst. Auch nicht für eigene Zwecke wie Facebook und co. Allerdings erlaubt Getty Images das Drucken in bestimmten Mengen.

Die o.g. Bedingungen gelten nicht nur für freigegebene Bild, sondern auch für Bilder, die diesem ähneln. Was Getty unter “ähneln” versteht, kann man im “placement fee collection”-Dokument erlesen. Anbei eine Auflistung was “ähneln” bedeutet:

  • Bilder mit gleichem Modell/Model
  • Bilder mit gleicher Bekleidung
  • Bilder mit gleichen Assecoires
  • Bilder mit gleicher Location oder Innenarchitektur
  • Bilder mit gleichem Bildaufbau, Ausschnitt
  • Bilder in gleicher Atmosphäre (z.B. Events)
  • Bilder mit gleichem Inspirationen, Konzept
  • Bilder mit gleicher Bewegung/Aktion
  • Bilder mit gleicher Technik, Aufwand

Wie ihr seht, ist die obige Liste sehr lang. Fotografen die einen eigenen Stil haben, sollten sich wirklich gut überlegen, ob sie die Bilder bei Getty Images zum Verkauf freigeben wollen.

Getty Images “die Spielregeln”

Um Bilder bei Getty Images verkaufen zu können, braucht man eine Steuer-ID Nummer sowie die “Model Releases” für Personen und “Property Releases” für Marken und Eigentum. Diese Releases müssen von der abgebildeten Personen bzw. von den Firmen unterzeichnet werden. Das kann allerdings unter Umständen sehr schwierig, wenn man die Bilder z.B. vor einigen Jahren im Urlaub fotografiert hat.

Einnahmen

Mit gerade mal 20% bis 30% Provisionsanteil, welches der Fotograf für ein verkauftes Bild bekommt, liegt Getty Images hier an der untersten Grenze in der Welt der Bildagenturen bzw. kenne ich keine andere Agentur die noch schlechter als 20 % zahlt.

Wenn die Verkaufsumme nicht über Getty Images, sondern über eine Partner Agentur von Getty Images kommt, dann wird diese noch einmal durch drei geteilt, somit bleibt dem Fotografen am Ende nicht viel übrig. Laut Ziffer 14 in den AGBs gibt es noch eine Menge weitere Bedingungen, die den Verdienst des Fotografen schmälern.

Lizenzverletzung und Abmahnung von Getty Images

Seit 2008 heuert Getty Images Firmen wie Picscout an im world wide web nach eigenen Bildern zu suchen. Leute, die die Lizensbedingungen verletzen müssen mit einer Strafe zwischen 800 – 1000 Euro pro Bild rechnen, dazu kommen noch 25 % irische Steuer und Rechtsanwaltsgebühren, die der Abgemahnte zu tragen hat.

“Komisch…du erteilst Getty Images die Erlaubnis dein Bild auf deren Website zu verkaufen und bekommst eine Abmahnung, wenn du DEIN Bild nutzt….???!!!”

Schlussendlich kann jeder für sich selbst entscheiden. Wem die zwei Jahre Vertragsbindung und die Bedingungen nichts ausmachen und wer sich mit den 20 % – 30 % Provision zufrieden gibt, der kann seine Bilder gerne exklusiv an Getty Images weitergeben.

In diesem Beitrag möchte ich nur auf einige wenige Punkte hinweisen, die zu beachten sind.

Hier sind die veröffentliche FAQ auf Flickr von Getty Images für alle die sich mit dem Thema nähe befassen wollen.

Meine Fazit

Der Grund, warum ich mich nicht für den Verkauf meiner Bilder auf Getty Images entschieden habe, ist weil der Fotograf hier für nur 20% – 30% Provision pro verkauftem Bild zu viele Rechte verliert. Es gibt noch viele weitere Bildagenturen, bei denen man bis zu 50% Provision bekommt und deutlich weniger Rechte am eigenen Bild verliert.

Nun seid ihr dran. Welche Erfahrungen habt ihr schon mit Getty Images gemacht oder würdet ihr bei einer Einladung eure Bilder verkaufen?

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